Review: Photoshop for 3D Artists

Die Zeitschrift 3D Creative ist absolute Pflichtlektüre für 3D Modeler und Designer, die anspruchsvolle 3D Grafiken umsetzen wollen. Ausgewählte Workshops dieses exzellenten Magazins liegen nun in Buchform vor.

3DTotal (Ed.): Photoshop for 3D Artist V 1; Worcester 2011, ISBN 978-0-955-1530-3-7, 29.95 (Brit. Pfund)

Autor:
Als Herausgeber zeichnet der 3D Total-Verlag verantwortlich, der sich seit vielen Jahren einen Namen durch ausgezeichnete Zeitschriften für 3D Grafiker, zahlreiche Bücher sowie Textursammlungen gemacht hat.

Inhalt:
Das Buch untergliedert sich in 7 größere thematische Blöcke:

  • Previsualization
  • Texturing
  • Post-production
  • Post Effects for 3F Renders
  • Gallery
  • 3D Paintovers
  • Complete Projects

Jeder Teil mit Ausnahme der Galerie besteht aus mehr oder minder ausführlichen Workshops. Insgesamt 27 Artikel sind im Buch enthalten. Das jeweils zur Durchführung benötigte Material steht auf der Website des Publishers 3D Total zum Download bereit.

Kritik:
… im negative Sinne kann man keine üben – das Buch ist streckenweise ein Augenschmaus, gepaart mit einer Tonne voll anregender Übungen. Zu den besonders erwähnenswerten Tutorials zählt ein mehrteiliger Workshop über das richtige Texturieren eines Holzfasses und einer Ziegelsteinmauer. Das mag banal klingen, aber der Autor Richard Tilbury zeigt mit großer Akribie, worauf alles zu achten ist, um ein stimmiges, nahezu photorealistisches Ergebnis zu erzielen. In anderen Workshops lernt man, wie sich das kostenlose Google Sketchup erfolgreich dazu einsetzen lässt, um einzelne Teile in einem 2D Mood Paint verwenden zu können. In einem weiteren mehrteiligen Workshop realisiert der Autor ein Matte Painting eines in einer engen Schlucht gelegenen Fantasy-Gebäudes . Die Qualität der Workshops ist durchwegs gut und selbst wer sich schon länger mit dem Thema befasst, kann sich noch den einen oder anderen Kniff aneignen. Allerdings sollte man solide Photoshopkenntnisse mitbringen und gewisse künstlerische Fähigkeiten wären ebenfalls von Vorteil. Leider fällt hier wie bei den übrigen Publikationen von 3D Total negativ auf, daß die Screenshots insgesamt zu klein geraten sind. Manche Einstellung, die in Photoshop vorgenommen wird, läßt sich so nur erraten.

Daß es nicht einfach um eine technisch perfekte Inszenierung von Ideen geht, sondern sehr wohl auch um kreative Prozesse, belegen gleich mehrere Artikel von Branko Bistrovic und Jama Jurabaev. Die Autoren verwenden eine recht ausgefallene Methode, um ihre Figuren und Objekte zu entwickeln: Mit Hilfe des Pinselwerkzeugs in Photoshop und grundlegenden Formen (Kreis, Rechteck, Dreieck) sowie verschiedenen Ebenenmodi werden rein zufällige, komplexere Formen generiert, bis sich daraus ein sinnvolles Objekt konstruieren läßt. „The theory is similar to looking up at the sky and seeing animals and creatures amongst the cloud formations“ (p. 23), kommentiert Jurabaev treffend diese Vorgehensweise. Was ein bißchen nach Rohrschach-Test für Künstler klingt, funktioniert überraschend gut.

Zwar fehlt eine Beschreibung der Autoren und Künstler, die in dem Band vorgestellt werden bzw. mitwirken. Zum Ausgleich findet sich am Ende eine Auflistung ihrer Websites, deren Besuch man nur dringend empfehlen kann, um so mehr über sie zu erfahren. So manche Perle, die ihren Weg nicht ins Buch geschafft hat, läßt sich dort entdecken.

Fazit:
Uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die noch nicht zu den regelmäßigen Lesern von 3D Creative zählen (ähnelt der Zielgruppendefinition von Brettspielen: „Von 8 bis 88“, tatsächlich können aber auch diejenigen von diesem Buch profitieren, die nicht direkt im 3D-Bereich tätig sind).

Hinweis: Wer des Englischen nicht mächtig ist, findet eine Reihe von Workshops aus3D Creative sowie der 2D Artist im gleichnamigen deutschsprachigen Pendant 2D Artist. Diese Zeitschrift wird seit diesem Jahr von newart herausgegeben.

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